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Christine Lendt
freie Journalistin







Philosophie


Schreiben ist vor allem Technik. Schon ein Satzzeichen kann den Ton
verändern, ein falsches Wort den Satz ruinieren. Schreiben ist aber auch
Kunst, erst die Poesie verleiht Texten das gewisse Etwas. Wie viel davon
einfließt, hängt vom Zweck ab. 

Sachliche Texte sollten präzise sein, nicht trocken: Auch ein Fachartikel liest sich
besser, wenn er eine Seele hat. Blumige Texte müssen berühren, eine Gänsehaut erzeugen oder Tränen.

Ein guter Text hat eine Melodie. Sie nimmt den Leser mit, lässt ihn über die Sätze gleiten. Mühelos, denn wer liest sucht Entspannung oder Informationen. Ein unbequemer Text ist sperrig, voller Hindernisse - und oft wird er gar nicht zu
Ende gelesen (es sei denn, der Leser sucht die besondere Herausforderung).

Es sollte immer der Verfasser sein, der Arbeit mit einem Text hat.